Die St. Antonius-Kirche (Düsseldorf)

Die St. Antonius-Kirche in Düsseldorf-Oberkassel gehört zu den herausragenden neo-romanischen Kirchenbauten in Düsseldorf, die von dem Architekten Josef Kleesattel entworfen und 1911 fertig gestellt wurde.

Die erste Orgel der Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Dabei handelte es sich um einen Ankauf aus St. Helena, Mönchengladbach-Rheindahlen.

Screenshot 2016-03-01 18.18.08

St. Antonius Düsseldorf

Danach baute die Orgelbaufirma Romanus Seifert 1955 eine 3-manualige Orgel mit 50 Registern und einer Transmission. Für diese Orgel charakteristisch war der Freipfeifenprospekt und ein Rückpositiv an der Brüstung. Im Zuge der großangelegten Kirchenrenovierung 1986 baute die Firma Willi Peter, Köln ein Gehäuse für das Instrument und versetzte das ehemalige Rückpositiv als Positiv nach hinten, mittig zwischen Haupt- und Schwellwerk. Darüber hinaus wurden zwei Register ausgetauscht (Trompete 8′ im Hauptwerk und Rohrschalmei 8′ im Positiv).

Spätestens seit Mitte der 90er-Jahre traten erhebliche technische Mängel der Emporenorgel zutage. Anfängliche Überlegungen, die Orgel abzureißen und durch eine mechanische etwa 50 Register große Orgel zu ersetzen, wurden 2006 verworfen. Da ein Großteil des Pfeifenmaterials von der neuen Kommission unter Leitung von OSV Prof. Reiner Schuhenn, Karl-Martin Haap von der Werkstätte für Orgelbau Mühleisen und Markus Hinz als erhaltenswert eingestuft wurde, sieht das seither gültige Konzept die Wiederverwendung von 70 Prozent des alten Pfeifenmaterials vor. Ebenso werden die alten Windladen und Bälge überarbeitet wieder Eingang in die neue Orgel finden (Orgelweihe: 26. Juni 2016). Durch den Neubau von etwa 20 Registern werden neue, vor allem romantische Akzente gesetzt, die der Orgel mehr Grundtönigkeit verleihen. Insgesamt sieht die neue Disposition eine Synthese aus neobarocken, romantischen und modernen Klängen vor, womit sich die Orgel einerseits an die Bauzeit der Kirche orientiert, andererseits bleiben neobarocke Aspekte der Nachkriegsorgel erhalten. Schließlich kann die Orgel mittels modernster SINUA-Computertechnik, neuen Schlagwerken und Winddrosseln zeitgemäß zu neuen Orgelkompositionen anregen und in der Gegenwart verankert werden. Seit 2015 betreut Ansgar Wallenhorst das Orgelprojekt als Orgelsachverständiger.

In der Zwischenzeit wurde 2012 bereits die Chororgel geweiht, für die ein Großteil der Orgel aus der benachbarten, 2008 profanierten Christus-König-Kirche übernommen wurde und die im östlichen Seitenschiff der Antoniuskirche als weiterer Teil der komplexen Orgelanlage aufgestellt ist.

Markus Hinz
Kirchenmusiker an St. Antonius